Freitag, 20. Februar 2009

Der muss jetzt da drauf...

Der letzte Serie-A-Erfolg in Turin bei Juve gelang übrigens vor 41 Jahren.
Damals trafen für die Insulaner die legendären Roberto Boninsegna und Gigi
Riva. Geführt wurde die Elf von der Trainerlegende Manlio Scopigno, genannt
der Philosoph. Mit ihm böte der Verein heute eine noch größere
Rundum-Unterhaltung.
Auf das Entlassungsschreiben in Bologna 1966 antwortete er dem
Klub-Präsidenten "Die Nachricht enthält zwei Syntax-Fehler und einen
falschen Konjunktiv" und verabschiedete sich nach Cagliari. Dort wurde
Scopigno nach einer Saison ebenfalls entlassen, weil er auf einer
Freundschaftsspiel-Tour in den USA wegen seiner üblichen paar Tropfen zuviel
beim Open-Air-Pinkeln fotografiert wurde. Ob er nun nicht vielleicht zurück
zu Bologna wolle? "Gerne, aber nur in einem Flugzeug-Bomber."
1968 heuerten ihn die Sarden dann reumütig erneut an und der trockene Kauz
eliminierte wegen seines Faibles für nächtliche Amüsements und Whiskey erst
einmal rigoros das Morgentraining. Die Übungen am Nachmittag reichten für
einen zweiten Platz und 1970 zum ersten und einzigen Scudetto der
Vereinsgeschichte. Scopigno erlebte den Meisterlauf kettenrauchend auf der
Tribüne, da er wegen Linienrichter-Beleidigung eine fünfmonatige Sperre
absaß. Sein Kommentar: "Das einzige saubere im Calcio ist der Ball - wenn es
nicht regnet."